Vita

Kindheit
Angefangen hat alles mit den ganz normalen musischen Äusserungen eines gesunden Kleinkindes, welches 1956 geboren wurde und in einem intakten Elternhaus aufwuchs. Mein Vater, Baujahr 1911, holte öfter mal die Mundharmonika oder die Knopfharmonika hervor; auf dem Dachboden lagerten eine Geige und eine Mandoline; meine drei älteren Cousinen erfreuten sich bei Familienfeierlichkeiten mit ihrem Ensemblespiel ("Mandoline, Gitarre und Bass") stetiger Beliebtheit und mein 5 Jahre älterer Bruder quälte meine empfindlichen Ohren mit Akkordeonübungen, wobei ihm mein Cousin zur Seite stand. Aus Plattenschrank und Radio ertönten die damals gängigen Schlager, welche ich schon im zarten Alter von 3 Jahren fast alle drauf hatte.

Musikschule
Als ich gerade mal die erste Klasse bewältigt hatte, meldeten mich meine Eltern zum Musikunterricht an: Zunächst im damaligen Kinderensemble "Friedrich Wolf" in Dresden-Klotzsche. Ich muss davon wohl nicht sehr begeistert gewesen sein, denn mein Vater verlor die Geduld und meldete mich wieder ab. Meiner Mutter, die mich kurzerhand wieder anmeldete, habe ich wahrscheinlich meine weitere Entwicklung zum Musiker zu verdanken. Mit Beginn der zweiten Klasse nahm ich Unterricht in Akkordeon und Musiklehre in der "Paul-Büttner-Musikschule", welche sich heute Konservatorium nennt.
Nach 12 Jahren Akkordeonunterricht (Oberstufe "gut") konnte ich zwar Bachsche Fugen fünfstimmig intonieren, doch schon ein paar Jahre vorher wurde ich in der grundschuleigenen Singegruppe auf ein damals sehr viel interessanteres Musikinstrument aufmerksam: die Gitarre.

In den 70ger Jahren war es nun mal modern, politische Lieder zur Konzertgitarre zu singen und andererseits elektrisch verstärkt den Vorbildern der Rockmusik nachzueifern. Der Unterhaltungswert war grösser, wenn man locker daherkam. Vielgeprobte künstlerische Auftritte dagegen interessierten allenfalls unsere Eltern. So wechselte ich in der Musikschule vom Akkordeon zur Elektrogitarre.

Ich hatte zunächst damit zu tun, meine autodidaktischen Fehler auszubügeln und gelangte in der Folgezeit zum Grundstufenabschluss. Und allmählich rückte eine entscheidende Frage näher: Was soll ich studieren? Mir schwebte Theaterwissenschaften vor. Leider war meine erste Bewerbung in Berlin erfolglos. Lehrer wollte ich nicht werden. Da kam die Erleuchtung: Seit ich denken konnte, spielte das Musizieren in meinem Leben eine grosse Rolle. Warum sollte ich nicht dieses schöne Hobby zu meinem Beruf machen?

Studium
Im zweiten Anlauf bestand ich die Aufnahmeprüfung an der Dresdner Musikhochschule "Carl-Maria von Weber", Abteilung Tanz-und Unterhaltungsmusik, Fach Plektrumgitarre. Dort studierte ich von 1978-1982, wobei ich ab 1980 Komposition/Arrangement als Hauptfach belegte. Innerhalb der Studiengruppe fand man sich, um Verschiedenes auszuprobieren. So fand ich Gefallen als Bassist an einem Jazzprojekt und noch mehr als Chansonier mit einem klassischen Begleitensemble (2 Violinen, Cello, Flöte, Klarinette). Auch die Zusammenarbeit mit einem deutschen Griechen (Folklore, Klassik, Schlager) war für mich sehr befriedigend; nicht zu reden von Kompositionen für die "Herkuleskeule" und verschiedene Laienensembles.
Beim damaligen Ensemble der Messelektroniker (jetzt Saxonia-Ensemble e.V.) vertiefte ich meine Arbeit als Komponist, Arrangeurs und Korepetitor; spielte aushilfsweise als Bassist und Gitarrist in der Combo und gründete mit Ralf Mildner das Duo Wolfgang&Ralf nach dem Vorbild von H&N.

Noch während der Studienzeit gelang mir 1982 der Schritt zum aktiven Berufsmusiker. Damals hatte ich die Wahl zwischen zwei unterschiedlichen Angeboten: Einerseits die Mitwirkung als Gitarrist in einer Tanzkapelle, andererseits die Position als persönlicher Begleitgitarrist des Schlager-und Folklore-Duos "Sandra Mo & Jan Gregor". Ich spielte zuerst bei "Rubin" in Radebeul vor. Das war in einer Garage, die als Probenraum diente. Als junger Student empfand ich den Geruch kalten Zigarettenrauches, die rüden Sprüche, abgetragene osteuropäische Pelze und Weisswein am Morgen abstossend. Die Jungs wollten mich. Aber ich wollte sie nicht. Dann bei Sandra und Jan. Man lud mich ein in Jans Wohnung. Sandra war natürlich auch da. Das Schlagerduo lebte so, wie es sich öffentlich präsentierte. Es roch nach Exotik, es gab Tee, das Ambiente war angenehm. Wir hörten die Musik, die ich später zu spielen hatte. Ich spürte Wohlbefinden. Ihr damaliger musikalischer Leiter Norbert kam aus Erfurt und wir besprachen, was zu tun war. Mit meiner Entscheidung für die etwas anspruchsvollere Aufgabe bei Mo/Gregor stellte sich die Weiche für meine weitere musikalische Entwicklung.

Beruf
Das erlaubte man damals nur Studenten der Abteilung Tanz- und Unterhaltungsmusik: Neben dem Studium als Berufsmusiker Geld zu verdienen. Es gab zwei grundverschiedene Kategorien: "Musiker" (Kapellen, Bands, Combos...) und "Künstler" (musikalische Solisten, Solistenbegleiter, Sänger, Artisten, Zauberer, Tänzer, Conférenciers, um die wichtigsten zu nennen). Somit gehörte ich zu den Künstlern, obwohl ich eigentlich Musiker war. Und das meine ich mit "Weiche" stellen.
Ich fand es immer gut, mit Gitarre und Kleidersack zum Auftritt zu kommen und nach einigen Darbietungen wieder zu gehen, während sich die Band mit Tanzmusik die Nacht um die Ohren schlug. Aber ich tat ja auch etwas dafür, um etwas Besonderes zu sein.

Es begann mit einem ersten Auftritt am 21.3.1982 im Kulturhaus Bischofswerda. Mann, hatte ich Lampenfieber. Warum eigentlich? Die Lieder waren geprobt, die Technik stimmte, die Musiker waren vorbreitet und die Solisten hatten schon anderes erlebt. Also los. Und es war gut... Wenn ich manchmal in den Garderobenspiegel schaute, stellte ich fest, dass es mir an Ausstrahlung mangelte. Wir sprachen oft darüber, was am Outfit zu verbessern wäre: Frisur, Kleidung, Accessoires usw. Und es war Jan Gregor, der mich Schritt für Schritt aufbaute. Bühnenpräsenz habe ich von ihm gelernt. Besonders in der Zeit, als ich innerhalb des Tourneeprogrammes "Sandra Mo & Jan Gregor - Rhythmus, Exotik, Poesie" (ab 1983 aufgelegt von der Konzert- und Gastspieldirektion Dresden) die Möglichkeit bekam, als Solist aufzutreten.

Wollte ich zunächst meine gitarristische Virtuosität (Studium der Gitarre) in dieses Programm einbringen, liess ich mich belehren, eher volksverbundener zu spielen. Vielleicht hätte ich mich an diesem Punkt nicht beeinflussen lassen sollen. Aber es waren der Ort und die Zeit, um mehr in Richtung "Ricky King" zu gehen. Meine Musikerkollegen in der Band verspotteten mich deshalb. Das Publikum jedoch war gerührt und begeistert. Später war ich der einzige im Programm, der eine Zugabe zu geben hatte ("Sorbas`Tanz").

Ich fing an, einfache Melodien für Sologitarre und Band zu komponieren. Im Studio von "Electra"-Chef Bernd Aust nahm ich einige Titel auf und es gelang mir, in Rundfunk und Fernsehen der DDR präsent zu sein. Das war 1988. Die gleiche Zeit, als Sandra und Jan sich trennten und ich für Sandra die LP "Zigeunerlieder" arrangierte und als musikalischer Leiter zur Produktion verhalf.

Die Wende
1989 war das Jahr der "Wende" in mehrfacher Hinsicht. Im zeitlichen Vorfeld brachen alle künstlerischen Kontakte zusammen; Verträge wurden storniert. Es war das Gebot der Zeit, sich völlig neu zu orientieren. Nach einem kurzen Intermezzo als Kapellenleiter fand ich mit Ralf Mildner, Norman Zumpe und Conni Beck Kollegen, die gemeinsam mit mir andere Wege gehen wollten. Nach dem Kauf von Sequenzer und Soundmodul erstellten wir in kürzester Zeit die notwendigen Midifiles, um Schlagzeug und Bass einzusparen, trotzdem aber als Kapelle zu gelten. Wir nannten uns "music-transfer" . Als Ralf dann während eines unserer Duo-Gastspiele im "Westen" blieb, übernahm ich die Aufgabe des Sängers. Das Singen mit "music-transfer" bestimmte meine musikalische Entwicklung der folgenden Jahre bis heute.

Rückblick: music-transfer
Von 1990 bis 1996 leitete ich unter eigener Mitwirkung eine kleine Band, die es sich zum Anliegen gemacht hatte, Tanzabende mit Showelementen auf hohem Niveau anzubieten und durchzuführen. Zunächst zu viert, waren wir 1991 nur noch drei und ab 1992 gar zwei.

Diese sechs Jahre waren für mich sehr wichtige und erfüllende Jahre. Aufbauend auf meinen Show-Erfahrungen mit Sandra Mo und Jan Gregor, gestalteten wir in kleinster Besetzung komplette 90minütige Showprogramme, die wir als Kurkonzerte in den östlichen Ostseebädern vom Darß bis Usedom gut verkauften. Thematische Teile aus diesen Programmen fanden auch Platz in unseren gestalteten Tanzabenden, für die uns grössere Hotels, kleinere Restaurants, Bars und sogar Campingplatzbetreiber buchten. Hier finden sich die Wurzeln meines späteren Repertoires als Alleinunterhalter. Hier einige Bilder:

Wolfgang Heichen, Ralf Mildner, Cornelia Beck, Norman Zumpe 1990 Wolfgang Heichen, Cornelia Beck, Norman Zumpe 1991

Conni und Wolf 1994 Conni und Wolf Plakat

1997
Die Ära "music-transfer" war vorbei. Wieder einmal musste ein Neuanfang gefunden werden. Ich hatte mich schon auf ein Jahr der Suche eingestellt, doch recht bald hatte ich gleich mehrere Betätigungsfelder. Genaueres dazu befindet sich im Bereich Projekte dieser Homepage.